die suche nach dem traumpferd

sehr oft wurden wir gefragt: "wie kommt man eigentlich an ein pferd?" und das ist eine ziemlich berechtigte frage, denn es gibt sehr vielfältige möglichkeiten, pferde zu erwerben: händler, kleinanzeigen, züchter, rumhören, zufall.

um überhaupt mal einen anfang zu haben und uns - sozusagen zum üben - mit der situation "pferd anschauen und probereiten" vertraut zu machen, haben wir todesmutig auf eine fotoanzeige in einer reiterzeitschrift hin angerufen und einen termin zur "besichtigung" ausgemacht. das pferd, ein 10jähriger kinsky-wallach, sollte für hagen sein. wir fuhren also hin, ritten ihn beide auf dem platz und im gelände probe und waren erstmal verunsichert, weil es so gut klappte. zweifel kamen auf: konnte das erste pferd schon ein treffer sein?? oder waren wir, da wir bisher nur verleihpferde ritten, bezüglich rittigkeit und umgänglichkeit von pferden schon so abgehärtet, dass fast jedes privatpferd schon unvergleichlich besser war? dieses pferd jedenfalls schien uns schon besser als 90% der pferde, die wir bisher geritten hatten (und da waren nicht nur schwierige dabei). und freundlich war der kerl auch noch :-).

wir fuhren also ungläubig nach hause und beschlossen, einfach noch viele andere zu probieren, um eine bessere vergleichsbasis zu haben. dann sprach ich mit einem bekannten, der pferde züchtet, und der uns anbot, er würde uns dann tips geben, auf was wir achten müssten. zu seinem entsetzen haben wir dieses angebot natürlich sofort angenommen und haben ihn zwei tage später heimgesucht ;-).

dort lernten wir dann sehr viel über gute schultern, schlechte schultern, fehlstellungen und gerade beine, sinn und unsinn von papieren, welche hilfen man bei einem fremden pferd "abfragt", was man bei der ankaufsuntersuchung checken lässt, etc. - sehr aufschlussreich. und dann sagt er so beiläufig zu mir: "hier verkauft übrigens eine einstellerin ihr pferd, schau es dir doch mal an...". wenig später sitze ich also auf dieser hübschen stute (araber-warmblutmix, stockmass 155, also schonmal genau mein typ ...) und zuerst klappt gar nix, dann klappts besser, dann gehen wir ins gelände und ich fühle mich sehr wohl. hm. wieder verunsicherung, das ist das erste pferd, was ich für mich probereite, kann doch gar nicht sein, dass das auch ein treffer ist??

wir fahren also wieder mal nach hause und wälzen weiter anzeigen, reden mit unserem zukünftigen pensionsgeber. der verspricht, sich umzuhören und bietet an, mitzukommen, wenn wir ein pferd in der engeren wahl haben. in den folgenden wochen haben wir noch einige pferde ausprobiert, aber bei keinem war der eindruck so gut wie bei den ersten beiden.

beispiele: eine (wirklich wunderschöne!) stute stand ruhig und freundlich, fast schon apathisch im stall, fing aber unter der besitzerin beim ersten galoppsprung an zu buckeln, was diese uns zwar als freudenbuckler zu verkaufen suchte, aber eindeutig unwilligkeit war. und auch unabhängig davon war es ein seltsames reitgefühl, wir fanden beide keinen draht zu dem pferd.
eine andere stute (araberin, sehr umgänglich) zackelte mit hochgerissenem kopf hektisch durch die bahn und war nicht zu biegen oder zu stellen - mag auch an meiner unfähigkeit liegen, aber dann wars eben nicht die richtige für mich. dann ritten wir noch eine warmblutstute, die eigentlich auch alle eigenschaften hatte, die uns gefielen. aber der funke sprang nicht über. nun ja. wir also wieder verunsichert: müssen wir noch 10-20 andere probieren, oder sollen wir es wagen und unsere beiden ersten "treffer" in erwägung ziehen?

wir fahren mit unserem reitlehrer los, um den wallach nochmal anzuschauen. er findet ein paar kritikpunkte, aber nichts gravierendes und gibt sein ok - wir haben auch alle das gefühl, dass das pferd zu meinem liebsten passt. und der hat sich eh schon in ihn verguckt ;-).

ich fahre nochmal auf den reiterhof des bekannten und reite ein paar stunden mit gina ins gelände. danach steht die entscheidung: sie soll es sein, ich fühle mich wohl mit ihr. danach folgen für beide pferde die üblichen geschichten: ankaufsuntersuchung, kaufvertrag, transport, sattelanprobe, eingewöhnung, etc. beide untersuchungen waren zum glück positiv (hätte nicht gedacht, dass man bei sowas so nervös werden kann). eine woche später, am 19. august 2001, steht gina bei uns im stall. und eine knappe woche danach, am 24. august, ist nazdar da.

 

gemeinsam waelzen ist doch das groesste!

nasse fuesse

immer an der luppe entlang

 

im gleichschritt ...
gymnastik muss sein


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