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eine
aufregende zeit beginnt. wir beginnen, den alltag als pferdebesitzer
zu meistern. die vorstellung: "man kauft sich halt ein pferd,
stellt es im pensionsstall unter und reitet dann ein bisschen",
erweist sich bald als irrtum. über unzählige dinge kann
und muss man sich gedanken machen:
wird es
richtig gefüttert? wird es zu dünn oder platzt es vor energie
wegen zu viel kraftfutter? fühlt es sich wohl? wann muss der
schmied kommen? können die beiden barhuf gehen oder brauchen
sie doch irgendwann beschlag? undsoweiterundsoweiter.
plötzlich sind wir für lebewesen verantwortlich - mit allen
konsequenzen. erste tierarzt-besuche werden nötig - einmal wegen
einer krampfkolik und ein zweites mal wegen einer leichten verletzung
am bein bei gina. nazdar hat plötzlich ein geschwollenes auge
und muss behandelt werden. ganz schön kompliziert, einem pferd,
das das auge immer zukneift, 3mal täglich augensalbe zu applizieren
... trotzdem
haben wir viel spaß mit den beiden, sie scheinen sich gut einzugewöhnen
und verstehen sich mit uns und einander.
erste
flugstunden
im
september habe ich meine ersten beiden freiflüge von gina, einmal
auf dem reitplatz, als sie vor einem anderen buckelnden pferd erschrickt,
und einmal im gelände: da ist ein schwarzer fleck mitten im grünen
gras! unerhört! dass mein pferd plötzlich zwei meter links
von mir steht, merke ich erst, als ich auf dem boden sitze. nun ja,
es ist nichts weiter passiert, und ich muss wohl an meinem knieschluss
und an ginas nervenkostüm arbeiten. meine güte, ist das
tier wendig!
herbst(wetter)
der
herbst beginnt mit macht - die tage werden kürzer, der boden
tiefer und das wetter schlechter. trotzdem schaffen wir an den vereinzelten
schönen tagen unsere ersten mehrstündigen ausritte. wir
haben viel spass daran, die gegend zu erkunden und sind zufrieden
mit der standortwahl - das reitgelände im leipziger westen ist
traumhaft: wald mit reitwegen, wiesen, flussauen, so weit das auge
reicht. wir verlangen unseren pferden mutproben wie z.b. das unterqueren
der grässlich lauten autobahn oder das überqueren schmaler,
hölzern klappernder flussbrücken ab. alles klappt prima.
nazdar ist ohnehin routiniert und geht überall durch, und in
seiner begleitung fühlt sich gina sichtlich wohl.
der
putzaufwand wird zunehmend höher. die beiden kriegen winterfell
und freuen sich über die schlammlöcher auf der koppel, in
denen sie sich täglich genüsslich wälzen - getreu dem
motto: "nachher kommt ja wieder der depp, der es mir abkratzt".
gina bekommt außerdem eine neue freundin: noch eine annette
(aber eine mit viel mehr reiterfahrung ...) reitet sie jetzt mit.
das ist toll, denn so bekommt mein pferd noch weitere ausbildung und
ist jetzt fast jeden tag entweder auf dem dressurplatz oder im gelände
unterwegs.
herbstjagd
ende
oktober ist große herbstjagd angesagt. da ich kein fan von scharfen
ritten in großen gruppen bin (und von gina das gleiche annehme),
fahre ich lieber auf dem planwagen mit. mein liebster ist wagemutig
und stürzt sich mit nazdar ins getümmel. zuerst geht auch
alles gut, aber als auf einer wiese im kreis galoppiert wird, weiss
nazdar nicht mehr, was vorne und hinten ist. da er aber immer vorne
sein will, wird es kompliziert. und anstrengend für hagen. nach
der verpflegungspause schöpfen beide neue kraft, aber ein wirkliches
vergnügen ist die tour nicht mehr. es ist bis heute ungeklärt,
wer von beiden am nächsten tag schlimmeren muskelkater hatte.
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